

Rhabarber – Anbau im heimischen Garten
Rhabarber (Rheum) ist eine beliebte Pflanze mit säuerlichem Geschmack, die oft in Desserts und Kuchen verwendet wird. Ursprünglich aus Zentralasien stammend, gedeiht Rhabarber auch hervorragend im deutschen Klima. Lies weiter, um zu erfahren, wie du diese vielseitige Pflanze erfolgreich anbaust und pflegst.
Rhabarbersorten
Rhabarber zählt zu den beliebtesten Gemüsesorten in deutschen Gärten und überzeugt durch seine Vielseitigkeit und den charakteristischen, leicht säuerlichen Geschmack. Die unterschiedlichen Sorten bieten nicht nur geschmacklich Abwechslung, sondern unterscheiden sich auch in Farbe, Erntezeitpunkt und Verwendungsmöglichkeiten. Zu den in Deutschland beliebten Sorten gehören:
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Canada Red: Wüchsige Rhabarbersorte mit kräftigen, durchgehend rot gefärbten Stängeln. Der Säuregehalt ist geringer, und die Rotfärbung bleibt auch nach dem Kochen erhalten.
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Frambozen Rood: Spätreife Sorte mit langen, dicken, himbeerroten Stängeln und grünem Fleisch. Sie bietet einen ausgezeichneten Geschmack und hohe Erträge und eignet sich hervorragend für die Verarbeitung in der Küche. Aufgrund ihres aromatischen Dufts wird sie auch als Erdbeer- oder Himbeerrhabarber bezeichnet.
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Holsteiner Blut: Altbewährte, mittelfrühe Sorte mit durchgehend rot gefärbten Stängeln. Sie bietet mittlere bis hohe Erträge und ist aufgrund des milden Aromas und des hohen Zuckergehalts besonders geschätzt.
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Livingstone: Rhabarbersorte mit sehr mildem Aroma und rosafarbenen Stängeln. Sie ist eine dauerhaft tragende Sorte, die auch nach Ende Juni geerntet werden kann.
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Red Valentine: Eine spät austreibende Sorte mit roten Stängeln und rotem Fleisch. Der Geschmack ist fein säuerlich.
Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze, die an einem Standort bis zu 15 Jahre wachsen kann. Mit der Zeit breitet er sich stark aus, weshalb er viel Platz benötigt. Seine ausladenden Blätter spenden Schatten und schützen den Boden vor Austrocknung. Damit die Pflanze gesund bleibt, sollte der Boden nährstoffreich und locker sein.
Rhabarber: Standort und Anforderungen
Rhabarber bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit humusreichem, feuchtem Boden. Ein gut gewählter Standort ist entscheidend für kräftiges Wachstum und eine reiche Ernte. Die Pflanze schätzt lockere, gut durchlüftete Erde, die Staunässe vermeidet. Mit ausreichend Platz und den richtigen Bedingungen kann Rhabarber über viele Jahre hinweg zuverlässige Erträge liefern. Die besten Stängel entwickeln sich bei Temperaturen über 20 °C.
Rhabarber pflanzen
Die beste Pflanzzeit ist im Herbst, idealerweise zwischen September und Oktober. In dieser Zeit sind die Temperaturen mild, und der Boden ist noch ausreichend warm, um die Wurzelbildung zu fördern. So hat der Rhabarber genügend Zeit, sich gut zu etablieren und im Frühjahr kräftig auszutreiben. Ein gut vorbereiteter Boden sorgt für optimale Wachstumsbedingungen und eine ertragreiche Ernte. Folge diesen Schritten, um eine erfolgreiche Pflanzung sicherzustellen.
Schritte für die Pflanzung:
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Bereite den Boden vor, indem du ihn umgräbst und Unkraut entfernst.
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Pflanze die Setzlinge in einem Abstand von etwa einem Meter.
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Gieße nach dem Pflanzen gründlich und mulche, um die Feuchtigkeit zu bewahren.
Rhabarber vermehren
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Die Vermehrung von Rhabarber erfolgt in der Regel durch Teilung der Wurzelstöcke, was besonders im Herbst oder zeitigen Frühjahr empfohlen wird. Diese Methode ist nicht nur einfach, sondern auch effizient, um ältere Pflanzen zu verjüngen und neue Exemplare zu gewinnen. Mit der richtigen Pflege können so gesunde, kräftige Pflanzen herangezogen werden, die über viele Jahre hinweg gute Erträge liefern. Mit diesen Maßnahmen gelingt die Vermehrung problemlos. Grabe ältere Pflanzen nach etwa zwei Jahren aus.
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Teile den Wurzelballen in kleinere Abschnitte mit mindestens drei Blattknospen.
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Pflanze die Teilstücke an einem neuen Standort.
Rhabarber ernten
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Die Erntezeit von Rhabarber beginnt typischerweise im Frühjahr und dauert bis Ende Juni. Dabei ist es wichtig, nur kräftige Stängel zu ernten, um die Pflanze nicht zu schwächen und ihre Langlebigkeit zu sichern. Rhabarber kann ab dem zweiten Jahr geerntet werden, wenn die Stängel stark genug sind. Mit diesen Tipps gelingt die Ernte mühelos.
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Erntemethode: Ziehe die Stängel vorsichtig heraus, um Schäden zu vermeiden.
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Erntezeit: Ernte zwischen März und Juni; danach sollte die Pflanze regenerieren.
<H2>Häufige Probleme beim Anbauen von Rhabarber
Wie jede Pflanze kann auch Rhabarber unter bestimmten Schädlingen und Pflanzenkrankheiten leiden. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Maßnahmen sind entscheidend, um die Gesundheit der Pflanze zu sichern und den Ertrag nicht zu gefährden. Viele Probleme lassen sich durch vorbeugende Pflege und optimale Standortwahl vermeiden. Zu den häufigsten Schädlingen und Krankheiten zählen:
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Schnecken: Junge Triebe sind besonders anfällig für Schneckenfraß. Verwende Schneckenkorn oder Schneckenzäune, um die Pflanzen zu schützen.
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Wurzelfäule: Diese Pilzerkrankung tritt häufig bei Staunässe auf. Sorge für einen gut durchlässigen Boden und entferne betroffene Wurzelbereiche, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
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Pilzkrankheiten: Sorge für eine gute Belüftung der Pflanzen, um Infektionen vorzubeugen. Entferne befallene Pflanzenteile rechtzeitig.
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Blattfleckenkrankheit (Ramularia rhei): Diese Pilzinfektion äußert sich durch runde, braune Flecken mit hellem Zentrum und rötlicher Umrandung auf den Blättern. Entferne befallene Blätter und stärke die Pflanze mit kalium- und magnesiumhaltigem Dünger, um die Widerstandskraft zu erhöhen.
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Falscher Mehltau (Peronospora jaapiana): Bei feucht-kühlem Wetter können gelblich-braune Flecken auf der Blattoberseite und ein weißlich-violetter Belag auf der Unterseite auftreten. Sorge für ausreichenden Pflanzabstand und entferne befallene Blätter, um die Ausbreitung zu verhindern.
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Rhabarbermosaikvirus: Diese Viruskrankheit führt zu mosaikartigen, gelben Flecken auf den Blättern und kann durch Blattläuse übertragen werden. Befallene Pflanzen sollten vollständig entfernt und über den Hausmüll entsorgt werden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.
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Blattläuse: Diese saugenden Insekten schwächen die Pflanze und können Viren übertragen. Bekämpfe sie durch Abwaschen der Blätter oder den Einsatz von natürlichen Schädlingsbekämpfungsmitteln.
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Wühlmäuse: Sie können die Wurzeln von Rhabarberpflanzen schädigen. Schütze die Pflanzen durch das Einpflanzen in Drahtkörbe und zerstöre unterirdische Gänge durch Umgraben des Bodens.
Wichtige Hinweise
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Rhabarber enthält Oxalsäure, die in großen Mengen gesundheitsschädlich sein kann. Daher ist es wichtig, den Umgang mit der Pflanze sorgfältig zu gestalten, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. Beachte folgende Tipps:
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Vermeide die Blätter, da sie einen hohen Oxalsäuregehalt aufweisen und nicht verzehrt werden sollten.
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Ernte die Stängel vor Juni, da der Oxalsäuregehalt im Sommer ansteigt.
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Koche die Stängel gründlich, um den Oxalsäuregehalt zu reduzieren und die Verträglichkeit zu erhöhen.
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Verzehre Rhabarber in Maßen, insbesondere wenn du zu Nierenproblemen neigst, da Oxalsäure die Bildung von Nierensteinen fördern kann.
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Lagre Rhabarberstängel kühl und trocken, um die Frische zu bewahren und den Geschmack zu erhalten.
Mit diesen Hinweisen genießt du Rhabarber sicher und in vollen Zügen.
Zusammenfassung
Rhabarber ist nicht nur eine vielseitige Pflanze im Garten, sondern erfordert auch das richtige Wissen über Anbau, Pflege und Ernte, um gesund zu gedeihen und gute Erträge zu liefern. Mit den genannten Tipps zu Standortwahl, Vermehrung und der Vorbeugung von Krankheiten können auch Hobbygärtner erfolgreich Rhabarber kultivieren. Weitere Informationen und Inspirationen findest in unseren umfangreichen Kategorien, darunter Tipps und Ideen zur Gartengestaltung, natürliche Unkrautbekämpfung und Dünger. Unser Gartenratgeber bietet außerdem hilfreiche Anleitungen für den Anbau unterschiedlichster Pflanzenarten.
Erfahre, wie du deinen Garten zu einem Ort voller Leben und Genuss machen kannst.